So war das...
Mein Weg...
Im Großen und Ganzen war ich immer ein zufriedener Raucher...
Wäre da nicht der ewige Raucherhusten und die raucherbedingten
Todesfälle im direkten Bekanntenkreis, die Welt wäre einfach
perfekt mit Zigarette. Natürlich wusste ich, das Rauchen auch
Gesundheits-Risiken mit sich bringt. Krank werden doch eigentlich
immer nur die Anderen, ich natürlich nicht…
Mein Vater starb mit 64 Jahren eines natürlichen Rauchertods.
Meinem besten Freund Wolfgang D. hat das Rauchen auch nicht vor
dem Herztod gerettet, er wurde fast 59 Jahre.
Mein Mitarbeiter Joachim L. war ein cooler Typ, den wir alle gerne
mochten, sein Lungenkrebs hat auch ihn in Windeseile nur noch zur
Erinnerung werden lassen, er wurde 54 Jahre.
Auch wenn meine Gesundheit von so etwas natürlich nicht betroffen war,
kamen die ersten Versuche dem geliebten Rauch zu entkommen.
Nikotinpflaster, gepaart mit Zuversicht und starkem Willen sowie 14kg
zusätzlich auf den Hüften waren irgendwie nicht der richtige Weg und
zogen leider bald die ersten heimlichen Frust-Zigaretten nach sich.
Kurze Zeit später war ich wieder voll drauf...
Einige Jahre war ich wieder glücklicher Raucher mit Bröckchen-Husten
am Morgen und Kurzatmigkeit am Rest des Tages. Dann machte ein guter
Freund mich auf die Raucherentwöhnung mit der Laser-Methode aufmerksam.
Da war er bei mir, als kritischem Raucher, mit dieser Placebo-Technik natürlich
genau richtig. Ich ließ mich allerdings überreden und fand mich binnen kürzester+
Zeit auf der Behandlungsliege wieder. Da Ich wusste, daß im Auto noch ein
Päckchen Zigaretten liegt, konnte ich sogar theatralisch "meine letzten Zigaretten"
in den Papierkorb werfen.
Und dann kam die Behandlung...
Das Umfeld war angenehm und die Behandlung war einfach sehr
entspannend, ich fühlte mich ausgeruht und irgendwie gut.
Die fast 50 Minuten-Behandlung habe ich fast gar nicht wahrgenommen
und wäre fast eingeschlafen.
Jetzt wäre ich Nichtraucher sagte man mir...
Ich glaubte es nicht so recht, weil ich eigentlich nichts spürte.
Ein paar Stunden später gab es Mittagessen und danach einen
schönen Milchkaffee, jetzt hätte ich mal verschwinden können...
aber das Gespräch war so anregend, also blieb ich.
Den Rest des Tages ergab sich einfach nichts.
Nach dem Abendbrot, nach einen Glas Bier,
jetzt hätte ich mal verschwinden können...
aber draußen war das Wetter schlecht, also blieb ich...
Den Rest des Abends ergab sich einfach nichts.
Es war ein netter Abend und ich hab nichts vermisst.
Kurz vor dem Einschlafen, dachte ich noch einmal über diese Sache nach,
ich war den ganzen Tag ruhig und entspannt, das kannte ich von meinen
früheren Versuchen mit dem Rauchen aufzuhören nicht.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück...
jetzt hätte ich mal verschwinden können...
aber umgeben von netten Menschen, die auch nicht rauchten, hätte es
auch gar nicht so gut gepasst.
Er wurde ein schöner Tag.
So zogen sich die Tage von einer verpassten Gelegenheit zur nächsten.
Natürlich musste ich bei den klassischen Raucher-Situationen immer
wieder an meine Zigaretten im Auto denken, aber so wichtig erschien
mir das auch nicht mehr. Diese "Stimme im Nacken" die einem beim
Rauchen immer gut zuredet hat, war leise und kraftlos. Ich hingegen
fühlte mich entspannt, stark und auch ein bisschen Stolz.
Plötzlich und unerwartet war meine letzte Zigarette schon über 4 Wochen
her und ich hab den Eindruck auch ohne meine "Ex-Geliebte" ein schönes
entspanntes Leben zu leben.
Das klingt zu einfach...
Im Nachhinein betrachtet kommt auch mir selbst das Ganze ein wenig
eigenartig vor. Über 30 Jahre habe ich geraucht und nun ist das
einfach vorbei. Irgentwie hab ich immer Angst gehabt, vor dem Leben
ohne Zigarette. Jetzt frage ich mich, wovor hatte ich eigentlich Angst?
Einen starken Willen braucht man um aufzuhören, denkt man...
Ich hab keinen starken Willen, was meine "Ex-Geliebte" anbelangt.
Nun rauche ich nicht mehr. Jetzt frage ich mich, warum hab ich
immer gedacht, mein Wille ist nicht stark genug?
Im Nachhinein betrachtet hat die Laserbehandlung mir nicht nur
die Entzugsentscheinungen genommen, sondern auch meine Angst
gleich mit. Wer keine Angst mehr hat, braucht auch keinen starken
Willen.
Schön, daß es diese Methode gibt...
Rolf Henschel
